Donnerstag, 21. August 2014

Po-Abdrücke

August 2014, 17 Grad, gerne mit Regen.

Was tut man also an einem Nachmittag nach dem Kindergarten? Mal wieder zu Hause was malen? Warum nicht!

Wir machen Handabdrücke bis Babynella eine geniale Idee hat:"Mama, ich will keine Handabdrücke mehr, ich will Poabdrücke machen!" *Giggelgiggelkicher*!

Naja, warum eigentlich nicht? Das Kind muss eh in die Wanne.

Also, ab ins Bad, Wanne schon mal voll machen, Pinsel und Wasserfarbe bereit legen und los geht's.

Als erstes gibt es unter großem Gekicher Poabdrücke, dann Bauch, Knie- und schließlich Fußabdrücke,  der Brüller schlechthin.

Man muß bloß danach dafür sorgen,  dass das Kind dann wirklich sofortsofooooort! in die Wanne kommt.

Hihi!

Dienstag, 5. August 2014

Au resto

Mit Kleinkind chic Essen gehen - do or don't?

Die Frage stand an unserem vorletzten Abend an der Côte d'Azur im Raum. Einmal hatten wir uns um halb acht in ein Lokal gewagt uns es lief so okaaaay. Ansonsten haben wir jeden Abend in unserer Ferienwohnung gekocht und den Abend im besten Fall mit einem Glas Wein auf dem Balkon verbracht.

In Anbetracht unserer baldigen Abreise wollten wir es aber doch wagen. Die Südländer machen das doch schließlich auch, und niemand benimmt sich so gut wie französische Kinder! So zogen wir also um sechs Uhr frisch gemacht und hübsch angezogen los zu einem dieser wunderbaren Strandrestaurants. Nicht superedel, aber doch etwas Besonderes. Weiß eingedeckte Tische leuchteten in der langsam untergehenden Sonne, ein netter Kellner begrüßte uns freundlich und wir fühlten uns très Côte.

Es folgte eine kurze Diskussion mit Babynella über die Sitzplatzverteilung bei der ich der Einfachheit halber nachgab. Dann bestellten wir. Für die kleine Dame das sogenannte Kindermenü, Schinken mit Pommes frites, von mir aus. Bis einschließlich des Aperitifs war alles gut.

Dann kam das Essen und nach zwei Bissen beschloss Mademoiselle dann leider, dass der Tag jetzt auch gut zu Ende gehen könnte. "Bäh. Will nicht essen!". Da half kein Bitten, kein Ermahnen, nicht mal Drohen ("wer kein Abendbrot isst, kriegt morgen auch kein Croissant! ") brachte was. Babynella legte stoisch ihren Kopf auf den Tisch.

Wir schwankten zwischen Ärger (zuhause tanzt sie uns derzeit gerne bis zehn durch die Wohnung) und schlechtem Gewissen (was schleppen wir ein so kleines Kind nach einem langen Tag in der Sonne auch abends zum Essen mit).

Mit Hilfe der mitgebrachten Schlümpfe konnten wir noch ein wenig überbrücken,  aber entspannt war es nicht. Müdigkeit geht bekanntlich ja gerne mit Nöligkeit einher.

So standen wir also unerwartet bald wieder auf der Uferpromenade, bereit für den Heimweg.

Da hatten wir aber die Rechnung ohne unsere Tochter gemacht, denn ohne die ermüdende Anwesenheit von leckerem Essen und guter Musik ging es ihr sofort besser. Völlig geplättet sahen wir zu, wie unser kleines Mädchen sich einen Premiumsitzplatz auf der Promenade suchte, dort majestätisch Platz nahm und Hof hielt. Fremde Menschen wurden mit strahlendem Lächeln bedacht, alles und jedes kommentiert, der Mann im Mond begrüßt (bei uns eine Persönlichkeit von besonderer Bedeutung, wir nennen ihn Fred), und, und, und...

Kurz gesagt,  heute um halb neun fand auf der Promenade des Anglais eine Party statt, die Paris Hilton beschämt hätte. Immerhin, wir durften auch dabei sein.

Babynellas Papa war zwischendurch ganz schön grummelig ob des spontanen Stimmungswechsels und auch ich musste erst mal nach meiner Fassung kramen, habe sie aber zum Glück wieder gefunden. So ist das wohl einfach, wenn man mit einem Ü-Ei auf Beinen unterwegs ist.

Wir werden darüber lachen. Irgendwann. Ich glaube, ich muß jetzt schon ein bißchen grinsen.

Bonne nuit!

Montag, 4. August 2014

Warum?

Wir können nicht mehr, wir sind wirklich platt.

Das liegt nicht etwa daran, dass wir gerade einen wunderbaren Urlaub an der sonnigen Côte d'Azur verbringen und uns die Hitze zu schaffen machen würde. Natürlich auch nicht am schlaraffigen Essen, dem glitzernden Meer oder den tollen Ausflügen die wir jeden Tag machen. Neeeein, wie man sich vorstellen kann, können wir all das sehr gut aushalten.

Was dazu führt, dass wir abends schweigsam nebeneinander auf der Couch liegen, ermattet in unseren Büchern lesen und nur ab und an am Rosé nippen, ansonsten aber die wunderbare Stille genießen, ist Babynellas ausgeprägte Warum-Phase.

Ich meine, wieviele Warum-Fragen kann ein einzelner Mensch an einem Tag stellen?Ich gehe zwar davon aus, dass dies völlig normal für eine Dreijährige ist, sie stellt die vielen Fragen auch nicht erst seit gestern, aber seitdem wir hier sind, hat die Sache eine neue Dimension  angenommen.

"Warum ist da ein Bahnhof?" - "Ähm..naja, irgendwo muß er ja sein..."
"Warum hast du Adern an den Händen?" - "Weil da mein Blut durch fließt." - "Warum?"
"Was war das für ein Geräusch?" - "Da ist eine Autotür zugefallen." - "Warum?"

Und so weiter, und so weiter.... Es reicht die banalste Anmerkung unsererseits, von tatsächlichen Gesprächsinhalten ganz zu schweigen, um Babynellas Wissensdurst anzuregen. Nicht gegen das Fragen an sich, aber wird es sie wirklich weiterbringen zu wissen, warum  Schlaubi Schlumpf genauso blau ist wie Schlumpfine?

Ich ertappe mich dabei, Dinge, die mir durch den Kopf gehen nicht zu sagen, um nicht gleich wieder einen loriotschen Dialog herauf zu beschwören. Klar sind die manchmal auch lustig, aber ich muß auch gestehen, dass wir uns an die geballte Ladung Babynella in den ersten richtigen Kindergartenferien erst wieder ein bißchen gewöhnen müssen.

Wir verbringen im Alltag so viel Zeit wie möglich mit ihr, aber wenn man mal Kindergarten-, Oma-, Spiel- und Schlafenszeiten heraus rechnet, bleibt gar nicht mehr so viel wirklich gemeinsame Zeit übrig. Vielleicht stürzt sie sich auch jetzt mit so viel Elan auf uns und fragt, und fragt und fragt.

Nun, ich schreibe das auf einem Balkon im schönen Nizza sitzend. Mich umweht ein laues Lüftchen, gleich kommt wieder die Müllabfuhr vorbei, unser running gag jeden Abend ab elf (derlei wird hier tatsächlich erst zu später Stunde erledigt) und Babynella schnorchelt im Schlafzimmer zufrieden vor sich hin. Genug um Kraft zu tanken für einen neuen Urlaubstag und die immerwährende Frage: "Warum?".

Mittwoch, 9. Juli 2014

Ich bin eine Spießerin

"Iß bitte vernünftig!"
"Räum Deine Spielsachen vom Boden weg!"
"Ich möchte, daß Du Dich dafür entschuldigst
"Setz Dich vernünftig an den Tisch!"
"Wie sagt man das denn nett?"
"Schrei mich nicht an!"
 "Hast Du danke gesagt?"

Als ich Babynella heute vom Kindergarten abholte, begrüßte mich die Erzieherin mit der Frage:"Sag mal, hört Deine Tochter bei Euch zu Hause derzeit auch absolut gar nicht?".

Toll. Ich dachte wenigstens im Kindergarten täte sie was man ihr sagt, aber offenbar ist sie da inzwischen so "angekommen" (das wollte ich doch, oder?), daß sie sich dort genauso benimmt wie zu Hause - und zwar wie eine kleine Wildsau.

Sie testet jede Grenze aus die es gibt, guckt genau, bis wohin sie gehen kann. Da wir zumindest versuchen, ihr klar zu machen, wo Schluß ist, ergehen wir uns täglich gefühlt stundenlang in Anweisungen der oben aufgeführten Art. Mit dem Ergebnis, daß bei uns derzeit ziemlich viel geheult (Babynella) und gebrüllt (durchaus beide Seiten) wird.

Ich fühle mich dabei stellenweise wie die absolute Oberspießerin, aber ich glaube auch, daß wir da jetzt dran bleiben müssen. Oder um es anders zu formulieren: Mich treibt die nackte Angst vor völliger Anarchie im eigenen Heim. Also versuchen wir klar und eindeutig zu sein, nicht rumzudiskutieren und im Idealfall nicht selber völlig auszuflippen.

Ich weiß, daß die sogenannte Autonomiephase (Schönrednerdeutsch für Non-Stop-Trotzanfall) altergemäß ansteht und für Babynellas Entwicklung wichtig ist. Ich finde es aber trotzdem nicht besonders toll, den ganzen Fräulein Rottenmeier zu geben.

Einziger Trost: Babynella ist in guter Gesellschaft, alle Eltern ihrer gleichaltrigen Freunde berichten gleichartiges.

Grinsen mußte ich dann auch trotzdem noch. Die Erzieherin fasste nämlich ihren Bericht über den kollektiven Zwergenaufstand, den Babynella und ihre drei Kumpelinen derzeit im Kindergarten fahren mit folgenden Worten zusammen: "Tja, wir haben eben dieses Jahr sehr viele starke Mädchen!". Um das so zu sehen muß man zwar vermutlich Profipädagogin zu sein, ich finde die letztlich positive Sicht aber trotzdem toll - und ganz schön bewundernswert.

Mal wieder Zeit für das Elternmantra: Es ist alles nur eine Phase! Ommmmm!



Sonntag, 6. Juli 2014

Colour my world!

Der Sommer 2014 ist ja leider bisher eher regnerisch, was das Leben mit einem quirligen Kleinkind nicht unbedingt einfacher macht.

Ihr habt eine Wand (oder mehrere), die mal wieder einen frischen Anstrich gebrauchen könnte? Dann hier der ultimative fashion baby! Ferientipp gegen Langeweile!

Man nehme: einen Eimer Farbe sowie viel (!) Folie zum Abdecken der Umgebung. Dazu schnappe man sich ein unterbeschäftigtes Kind mit zuviel Energie (Mindestalter je nach persönlicher Nervenstärke) und ziehe es bis auf die Unterhose aus. Man drücke dem Kind eine kleine Farbrolle in die Hand und los geht die Sauerei, äh, der Spaß.

Ich hatte mich auf ein größeres Massaker eingestellt und war wirklich überrascht, mit wie viel Hingabe Babynella dabei half, aus der grünen Wand eine schlumpftürkise zu machen.

Im Anschluß sind wir dann einfach zusammen in die Wanne, da war das Gegacker noch mal groß.

Fazit: Streichaktion gelungen, Mama und Kind happy und sauber sind wir jetzt auch noch.

Eigentlich müsste ja mal die ganze Wohnung gestrichen werden.... Aber da hab ich noch eine andere Idee im Kopf. Dazu später mehr!

Mittwoch, 2. Juli 2014

Ein Brüderchen, ein Schwesterchen und ein Auto

Um uns herum wird zur Zeit geboren was das Zeug hält. Gefühlt alle vier Wochen gibt es im Kindergarten ein neues Geschwisterchen zu bewundern und im Freundeskreis haben wir derzeit auch gleich drei Frischgeschlüpfte, darunter Cashew, den Bruder von Babynellas Freund, dem kleinen Wikinger.

Demnach hat Babynella sich nun in den Kopf gesetzt, daß wir auch ein Baby brauchen, oder genau genommen "ein Brüderchen, ein Schwesterchen und ein Auto!". Wieso ein Auto? "Weil Brüderchen und Schwesterchen dann bei der Oma bleiben und wir mit dem Auto wegfahren."

Das finde ich praktisch gedacht.

Heute Abend war Babynella allerdings der Ansicht, daß der Papa das einfach noch nicht verstanden hat, obwohl sie es doch schon so oft gesagt hat. Sie marschiert also eine Stunde nach der Schlafenszeit (....) in die Küche wo ihr Papa gerade die Wäsche aufhängt.

Ich höre von nebenan Gemurmel und Sekunden später stürmt eine völlig aufgewühlte Babynella zu mir ins Arbeitszimmer und hält mit beiden Händen ihre beeindruckende Löwenmähne fest.

Halb weinend und mit schreckensweit aufgerissenen Augen berichtet sie: "Mama, der Papa hat gesagt, die Babys fressen die Haare von meinem Kopf auf!!!".

Wir sind dann zusammen in die Küche gegangen und Babynella durfte den Papa einmal hauen. Feste.

Gute Nacht!

Samstag, 21. Juni 2014

Barbabo

Kennt Ihr Barbapapa? Die wunderbar bunten Formwandler stehen bei Babynella derzeit hoch im Kurs.

Wir besitzen nur ein einziges Barbapapa Buch, aber das haben wir sicher schon fünfzig Mal gelesen.  Mir ist es recht, weil ich die Familie ebenfalls seit meiner Kindheit liebe.

Entsprechend musste ich heute wirklich laut lachen als ich meine geliebte schwarze Wuschelstrickjacke anzog, Babynella mitten im Vorbeilaufen abbremste und mir staunend mitteilte: "Mama, weißt Du? Du siehst aus wie Barbabo!"

Das Kind wird ganz sicher mal ein großer Modeguru. Und bis dahin erfreue ich mich an wirklich einmal völlig offenem Style Feedback.